Positionierung: „Ankommen im Gemeinwesen. Inklusive Gemeinwesenarbeit in neuen Nachbarschaften“

…der Bundesarbeitsgemeinschaft Soziale Stadtentwicklung und Gemeinwesenarbeit und der AG „GWA und Flucht“ der Sektion Gemeinwesenarbeit der DGSA:
Um die gesellschaftliche Entwicklung hin zu einer inklusiven und nachhaltigen Gesellschaft zu fördern und gleichzeitig die sozialräumliche Integration der Geflüchteten zu ermöglichen, muss der Prozess des Zusammen-wachsens von Nachbarschaften professionell von Sozialarbeiter*innen begleitet werden. Gemeinwesenarbeit, die sowohl Ressourcen und Akteure im Sozialraum managt, als auch auf der Beziehungs- und Bildungsebene mit unterschiedlichsten Personengruppen arbeitet, verfügt über ein geeignetes und langjährig erprobtes Handwerkszeug.

Gemeinwesenarbeit zielt auf die Verbesserung der Lebensbedingungen vor Ort. Ein Gemeinwesen ist geprägt durch Lebenspraxis, Vorstellungen und Regeln, die immer wieder von neuem gemeinsam entwickelt werden. Gemeinsam mit den Ankommenden werden diese jetzt neu gestaltet. Hierbei schafft Gemeinwesenarbeit Partizipationsmöglichkeiten und macht demokratische, aktive Teilhabe an der Gesellschaft zur erlebbaren Realität vor Ort. Zielgruppenspezifische Flüchtlingsarbeit ist nicht ausreichend.

Erkenntnisse zur Integration in die lokalen Gemeinwesen liegen aus der langen Erfahrung von Gemeinwesenarbeit sowie in neuerer Zeit aus der Umsetzung des Städtebauförderprogramms Soziale Stadt vor:

Integriertes Handeln auf kommunaler Ebene
Es braucht eine ressortübergreifende Vorgehensweise auf Grundlage eines integrierten Handlungskonzepts, in dem bauliche, soziale und wirtschaftliche Aspekte zusammen betrachtet werden.

Auf- und Ausbau professioneller Gemeinwesenarbeit vor Ort
Entwicklungsprozesse auf lokaler Ebene brauchen Anlaufstationen vor Ort, in denen Begegnung und Partizipationsprozesse initiiert und begleitet werden. Hier können Ideen und Interessen aller Bewohner*innen zusammengeführt und umgesetzt werden.

Die Investitionen in Teilhabemöglichkeiten und Empowermentprozesse werden Brücken zwischen den Mernschen bauen und sich kurz- und mittelfristig in Kostenersparnissen niederschlagen. Für die Umsetzung gelingender Gemeinwesenarbeit sind folgende Ressourcen erforderlich:

  •  Ein professionelles und interkulturelles Team aus Gemeinwesenarbeiter*innen
  •  Zentral gelegene Nachbarschaftstreffpunkte und Stadtteilzentren
  • Trägervielfalt und Kooperationen
  •  Qualifizierung und Forschungsprojekte

Langfristige Finanzierung

Wir fordern die Stärkung von Gemeinwesenarbeit. Hierfür braucht es:

  1. Ein Förderprogramm auf Bundes- und Länderebene zum Ausbau und Aufbau von Gemeinwesenarbeit an Orten mit besonderen Herausforderungen
  2. Koordinations- und Transferstellen zur Qualifizierung und für die Entwicklung / Initiierung von Modellprojekten
  3. Förderung von Praxisforschung, der Aus- und Weiterbildung zur Weiterentwicklung von Gemeinwesenarbeit

Weitere Informationen: BAG Soziale Stadtentwicklung und Gemeinwesenarbeit, Uwe Lummitsch (Vorsitzender), Tel: 0173 / 285 02 67, mail@bagsoz-stadt.de

Die Forderungen und Thesen sind entstanden auf Grundlage der Diskussionspapiere
der Sektion GWA der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit, AG GWA und Flucht unter www.stadtteilarbeit.de und der Bundesarbeitsgemeinschaft Soziale Stadtentwicklung und Gemeinwesenarbeit unter www.bagsoz-stadt.de

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Text eingereicht von Prof.Dr. Stracke-Baumann

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