Bemerkenswert

Über die AG

cropped-cropped-bildschirmfoto-2016-06-14-um-17-36-142.pngSeit 30.5.2012 trifft sich an der Fakultät 11 regelmäßig eine Arbeitsgruppe „Soziale Arbeit“. Die AG wurde von Kolleginnen und Kollegen gegründet, die ihre theoretischen und praktischen Wurzeln in der Sozialen Arbeit sehen. Sie verfolgen damit das Anliegen, der Sozialen Arbeit in dem sehr heterogenen Kollegium der Fakultät eine deutlichere Stimme zu verleihen. Außerdem sollte die Identitäts- und Habitusentwicklung für die Soziale Arbeit an der Fakultät gestärkt sowie ein Diskursort zu Fragen der Sozialen Arbeit geschaffen werden. Für die Umsetzung fand sich eine Gruppe (Markus Kaufmann, Gunda Sandmeir, Gerd Stecklina), die das Organisatorische in die Hand nahm. Zur Mitarbeit an der AG konnten ca. 15 engagierte Kolleg_innen gewonnen werden, die sich bis heute 3-4 mal pro Semester treffen.

Diese Webseite informiert über Themen und Veranstaltungen der AG.

Ansprechpartner der AG: Prof. Dr. Constance Engelfried und Prof. Dr. Gerd Stecklina

Mehr über die AG: Über die AG

Fachkräftemangel in der Sozialen Arbeit

Jetzt bekommen wir es erneut schwarz auf weiß mitgeteilt: der Fachkräftemangel ist in den Sozialberufen, auch und vor allem in der Sozialen Arbeit am größten.

Hier ein Zitat aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung – online vom 23.10.2021. Dieses spricht für sich:

„Laut Daten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die der „Welt am Sonntag“ (WamS) vorlagen, beträgt die sogenannte Fachkräftelücke bei Sozialpädagogen 18.300. Dabei handelt es sich um die Differenz aus Stellenausschreibungen und Arbeitssuchenden mit einem passenden Profil. Ähnlich groß ist sie demnach bei Altenpflegern (17.900) und Krankenpflegern (16.700).“

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/konjunktur/fachkraeftemangel-am-meisten-fehlen-sozialpaedagogen-17599393.html (Zugriff vom 24.10.2021)

Auf den Fachkräftemangel hat auch der Präsident der Bundesagentur für Arbeit Detlef Scheele in einem Beitrag für die „Welt am Sontag“ verwiesen.

https://www.deutschlandfunk.de/arbeitsmarkt-ba-chef-scheele-1-2-millionen-arbeitskraefte.2932.de.html?drn:news_id=1314664 (Zugriff vom 24.10.2021),

https://www.welt.de/wirtschaft/article234578098/Personalmangel-Bundesweit-1-2-Millionen-Arbeitskraefte-gesucht.html(Zugriff vom 24.10.2021)

Ausgehend von diesen Zahlen müssen die durch die AG Soziale Arbeit in den letzten Monaten angestoßenen Initiativen und Diskussionen zum Fachkräftemangel fortgeführt und mit unseren Bündnispartner*innen intensiviert werden.

Gerd Stecklina

50 Jahre Studium Sozialer Arbeit in München: Kommunale Entwicklungen, Erfolge und Spannungsfelder Sozialer Arbeit

50 Jahre nach dem Start von Studiengängen für Soziale Arbeit an
den beiden Münchner Hochschulen soll in der Veranstaltungsreihe
IM DIALOG gemeinsam mit der Praxis Bilanz gezogen werden.
Was waren die Meilensteine der Akademisierung und Professionalisierung
Sozialer Arbeit in München? Welche Erfolgsgeschichten
und Risiken kennzeichnen die gegenwärtige Situation in der
Landeshauptstadt für Fachkräfte, Einrichtungen und Adressat*innen
Sozialer Arbeit? Welche Schlussfolgerungen für die Zukunft
lassen sich ziehen? Wie zum Beispiel kann dem Risiko einer De-
Professionalisierung durch den derzeitigen und prognostizierten
Fachkräftemangel wirksam begegnet werden?
Wir laden Sie herzlich dazu ein, diese Fragen mit uns in einer Reihe
von Veranstaltungen zu diskutieren.

Die Veranstaltung dazu findet statt am

Dienstag, 23. November 2021 von 14 – 17 Uhr

an der KSH München, Preysingstraße 83, 81667 München.

Mit freundlichen Grüßen, das „IM DIALOG Team“ der Katholischen Stiftungshochschule München (Peter Lenninger, Susanne Nothhafft und Andreas Schwarz) und der Hochschule München (Michael Nitsch, Gerd Stecklina, Jan Wienforth und Gabriela Zink).

Das Maker Lab der FK11

von Lisa Walleitner

Seit Sommer 2020 wurden die Medienlabore der FK11 der Hochschule München um ein weiteres ergänzt: Das Maker Lab. Im den Räumlichkeiten der alten Holz- und Metallwerkstatt ist nun erneut eine Werkstatt angesiedelt – aber eine mit analogen und digitalen Tools in einem Raum. Es ist ein Ort des Makings, also des Selbermachens, des Ausprobierens und der kreativen Lösungsfindung. Dieser Zugang eröffnet den Makern ganz neue Freiheiten: If it can be imagined, it can be made, lautet das Motto.

Der Wert des Maker Labs für die Angewandten Sozialwissenschaften


Making dient in den Angewandten Sozialwissenschaften dem Prinzip von Emanzipation und Empowerment im Umgang mit (digitaler) Technik. Im Zuge des Mediatisierungsschubs und der Digitalisierung sind digitale Medien nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken – und damit fester Bestandteil der Lebenswelt von Zielgruppen der Sozialwissenschaften. Der Wert des Maker Labs für Studierende der FK11 fußt damit auf drei Säulen:

Technik: Emanzipatorischer Umgang mit Technik
Persönlichkeit: Erfahren von Selbstwirksamkeit
Produkt: Entwickeln und Herstellen individueller Produkte

Das Maker Lab eröffnet dadurch vielfältige Anwendungsbereiche: das Ausprobieren neuer Technologien, das Reparieren von Dingen (Repair Cafe), das Entwickeln individueller, innovativer Produkte (Prototyping), das Realisieren eigener Ideen und das Herstellen von Spezialanfertigungen, z.B. für Menschen mit Inklusionsbedarf. Nicht zuletzt können somit im Prozess des Makings Lösungsansätze für soziale Probleme und die großen Herausforderungen unserer Zeit entstehen.

Mini-Roboter

Textilbearbeitung

Ausstattung

Die Ausstattung umfasst diverse Werkzeuge und Geräte folgender vier Bereiche:

  • Holzbearbeitung
  • Textilbearbeitung
  • Elektro- und Computertechnik (z.B. zum Programmieren von Mikrocontrollern wie Arduino)
  • Digitale Geräte (wie 3D-Drucker, Lasercutter, 3D-Scanner etc.)

Seit Kurzem ist dem Maker Lab darüber hinaus eine Kleidertauschbörse angesiedelt. Damit wollen wir den Klamotten ein längeres Leben schenken, denn das ungeliebte Kleidungsstück des einen kann der anderen eine große Freude bereiten.

The Idea of Making


Der Gründer der Making Bewegung Mark Hatch hat neun Prinzipien des Makings aufgestellt:
MAKE | SHARE | GIVE | LEARN | TOOL UP | PLAY | PARTICIPATE | SUPPORT | CHANGE

PARTICIPATE: Jeder kann Maker sein! Im Making ist die Freude am Selbermachen (MAKE) und der Lernprozess (LEARN) mindestens so wichtig wie das Produkt am Ende. Das Maker Lab ist ein Raum, um sich spielerisch auszuprobieren (PLAY). Fehler sind dabei wichtiger Teil des Prozesses: Fail forward heißt das Motto. Making ist kooperativ, ohne Wettbewerbsgedanken. Sich gegenseitig zu unterstützen und reger Wissensaustausch sind große Prinzipien des Makings. Denn erst durch SUPPORT, SHARE, GIVE und CHANGE können Probleme im Kleinen, wie das Reparieren von Dingen, und im Großen (Inklusion, Innovation) gelöst werden.

Holzbearbeitung

Weitere Infos, wie das Handout zum Wert des Maker Labs, finden Sie auf der Website des Maker Labs https://www.sw.hm.edu/studienangebot/labore/media___culture___lab_/maker_lab_/maker_lab_3.de.html

und auf dem Instagram-Kanal der Medienlabore der FK11: @media_culture.lab.

Neuerscheinungen der Buchreihe „Aktuelle Themen und Grundsatzfragen der Sozialen Arbeit“:

Neuerscheinungen der Buchreihe „Aktuelle Themen und Grundsatzfragen der Sozialen Arbeit“:

Hammerschmidt, Peter/ Pötter, Nicole/ Stecklina, Gerd (Hrsg.) (2021): »Der lange Sommer der Migration« Die Teilhabechancen der Geflüchteten und die Praxis der Sozialen Arbeit. Weinheim, Basel: BeltzJuventa

sowie zugleich die zweite Auflage von:

Beranek, Angelika; Hammerschmidt, Peter; Hill, Burkhard; Sagebiel, Juliane (Hg.) (2021): Big Data, Facebook, Twitter & Co. – Soziale Arbeit und digitale Transformation. 2. Aufl. Weinheim, Basel: Beltz Juventa

Beide Bände sind Teil der Buchreihe: „Aktuelle Themen und Grundsatzfragen der Sozialen Arbeit“

in der die Beiträge des Colloquiums Sozialer Arbeit dokumentiert werden. Das »Colloquium Soziale Arbeit« wird seit 2009 jährlich im Sommersemester von den jeweiligen HerausgeberInnen der Bände an der Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften veranstaltet. Im Colloquium werden jeweils wechselnde aktuelle Themen und Grundsatzfragen der Sozialen Arbeit behandelt. Die Beiträge, die im Rahmen des Colloquiums Soziale Arbeit gehalten werden, werden von den Referent*innen verschriftlicht und erscheinen seit 2010 regelmäßig in Buchform – bis 2017 im Verlag AG SPAK (Neu-Ulm), seit 2018 im Verlag BeltzJuvena (Weinheim, Basel). Das aktuelle Colloquium im Sommersemester 2021 beschäftigt sich mit der Bedeutung von Zeitdiagnosen für die Soziale Arbeit. Der Link zur Veranstaltungsreihe findet sich auf dem Flyer.

https://www.sw.hm.edu/aktuelles/veranstaltung/veranstaltungsdetail_124160.de.html

Constance Engelfried und Gerd Stecklina

Bisherige Veröffentlichungen der Reihe „Aktuelle Themen und Grundsatzfragen der Sozialen Arbeit“

lfd. Nr.Titel des BandesHerausgeber*innenJahrOrt, Verlag
1.Professionalisierung im Widerstreit: zur Professionalisierungsdiskussion in der Sozialen Arbeit – Versuch einer BilanzHammerschmidt, Sagebiel2010Neu-Ulm: AG SPAK
2.Die Soziale Frage zu Beginn des 21. JahrhundertsHammerschmidt, Sagebiel2011Neu-Ulm: AG SPAK
3.Modernisierung der kommunalen Sozialverwaltung: Soziale Arbeit unter Reformdruck?Hagn, Hammerschmidt, Sagebiel2012Neu-Ulm: AG SPAK
4.Unheimliche Verbündete : Recht und Soziale Arbeit in Geschichte und GegenwartHammerschmidt, Sagebiel, Steindorff-Classen2013Neu-Ulm: AG SPAK
5.Gelingendes Alter(n) und Soziale ArbeitHammerschmidt, Pohlmann, Sagebiel2014Neu-Ulm: AG SPAK
6.Gesundheit und Soziale ArbeitDaiminger, Hammerschmidt, Sagebiel2015Neu-Ulm: AG SPAK
7.Die Europäische Union und die Soziale ArbeitHammerschmidt, Kötter, Sagebiel2016Neu-Ulm: AG SPAK
8.Die Soziale Arbeit im Spannungsfeld der ÖkonomieHammerschmidt, Sagebiel, Yollu-Tok2017Neu-Ulm: AG SPAK
9.Big Data, Facebook, Twitter & Co. und Soziale ArbeitBeranek, Hammerschmidt, Hill, Sagebiel2018, 2. Auflage 2021Weinheim, Basel: BeltzJuventa
10.Quantitative Forschung in der Sozialen ArbeitHammerschmidt, Janßen, Sagebiel2019Weinheim, Basel: BeltzJuventa
11.Männer und Männlichkeiten in der Sozialen ArbeitHammerschmidt, Sagebiel, Stecklina2020Weinheim, Basel: BeltzJuventa
12.Der lange Sommer der MigrationHammerschmidt, Pötter, Stecklina2021Weinheim, Basel: BeltzJuventa

Kinder- und Jugendstärkungsgesetz durch Bundestag und Bundesrat verabschiedet

von Prof. Jan Wienforth und Prof. Dr. Gerd Stecklina

Nachdem der Gesetzentwurf am 07.05.2021 nun auch den Bundesrat passiert hat, steht es fest: Das 8. Sozialgesetzbuch (SGB VIII) wird reformiert. Zentrales Ziel, so die offiziellen Statements, ist insbesondere die Stärkung von Kindern und Jugendlichen mit besonderen Unterstützungsbedarfen. Die inklusive Ausrichtung des Gesetzes wird ebenso betont wie das Anliegen, dass Kindern und Jugendlichen eine bessere Chancengerechtigkeit und Teilhabe ermöglicht werden soll.

Der Prozess bis zur Verabschiedung war langwierig. Ein erster Gesetzesanlauf scheiterte 2017.  Die Entwicklung wurde begleitet von massiver Kritik von Fachverbänden, Organisationen der Sozialen Arbeit und Adressat*innen-Verbänden. 

In den nächsten Wochen und Monaten werden wir uns auch im Kollegium mit dem Kinder- und Jugendstärkungsgesetz intensiv auseinandersetzen. Initiativen hierzu gibt es bereits.

Seiten von Bundestag, Bundesrat und Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zum Kinder- und Jugendstärkungsgesetz

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2021/kw16-de-kinder-jugendstaerkungsgesetz-834838 (Zugriff vom 09.05.2021, 09:30 Uhr)

https://www.bundesrat.de/SharedDocs/beratungsvorgaenge/2021/0301-0400/0319-21.html (Zugriff vom 09.05.2021, 09:30 Uhr)

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/gesetze/neues-kinder-und-jugendstaerkungsgesetz-162860 (Zugriff vom 09.05.2021, 09:35 Uhr)

beispielhafte Stellungsnahmen von Fachverbänden (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

https://www.bagfw.de/veroeffentlichungen/stellungnahmen/positionen (Zugriff vom 09.05.2021, 09:40 Uhr)

https://www.jugendhilfeportal.de/fokus/sgb-viii/artikel/deutscher-bundesjugendring-aeussert-sich-zum-kinder-und-jugendstaerkungsgesetz/ (Zugriff vom 09.05.2021, 09:40 Uhr)

https://www.bundeskoordinierung.de/de/article/57.was-bringt-das-geplante-kinder-und-jugendst%C3%A4rkungsgesetz.html (Zugriff vom 09.05.2021, 09:42 Uhr)

Vorstellung Prof. Dr. Sigrid Mairhofer – neu an der HM

von Prof. Dr. Sigrid Mairhofer

Ich bin seit Sommersemester 2021 Professorin für Gemeinwesen- und Organisationsentwicklung an der Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften der Hochschule München. Ich freue mich sehr über diesen Ruf und die damit verbundene Gelegenheit, meine Kompetenzen in Lehre und Forschung in diesen Themenbereichen weiter auszubauen und weiterzugeben.

Neben einem Bachelor- und Masterstudium in Sozialarbeit an der Freie Universität Bozen (I), dem Staatsexamen für Sozialarbeit an der Universität Trient (I) und einem Masterlehrgang in Social Management an der Donau-Universität-Krems (A) bringe ich mehrjährige Arbeitserfahrung in den Bereichen Kinderschutz, Erwachsenenpsychiatrie und Gesundheitsförderung im Gemeinwesen mit. Diese Verbindung zwischen Themen der Sozialen Arbeit und Gesundheit zieht sich durch meine Aus- und Fortbildungen, durch meine Praxiserfahrung und auch durch meine Forschungsschwerpunkte. Ich promovierte bei Prof. Walter Lorenz, ehemaligen Rektor der Freien Universität Bozen, im Themenfeld gesundheitsfördernde Gemeinwesenarbeit mit älteren Menschen. In der Zeit der Ausarbeitung meines Dissertationsprojektes spezialisierte ich mich in partizipativer Forschung, unter anderem durch die Teilnahme an der einjährigen Ausbildung in partizipativer Sozialforschung der International Collaboration for Participatory Health Research bei Prof. Michael Wright an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen in Berlin. Durch die langjährige Mitarbeit bei Prof. Walter Lorenz und Prof. Silvia Fargion konnte ich an zahlreichen Forschungsprojekten und in die Europäische Sozialarbeit einen guten Einblick gewinnen. Unter anderem durch die Mitorganisation der European Social Work Research Conference 2014 (bei welcher die European Social Work Research Association – ESWRA gegründet wurde) war es möglich, mich auf europäischer Ebene gut zu vernetzten. Eine Vernetzung mit dem Fokus der Weiterentwicklung einer gemeinsamen Europäischen Sozialen Arbeit wurde durch diese Erfahrungen zu einem großen Anliegen.

In den letzten Jahren lehrte und forschte ich vor allem an der Freien Universität Bozen. Meine Forschungsschwerpunkte lagen dabei in den Bereichen Familienforschung, soziale Unterstützungsnetzwerke, ältere Menschen, Gesundheitsförderung und Frühe Hilfen und gestalteten sich vorwiegend in Praxisforschung und Partizipative Forschung. Diese Schwerpunkte möchte ich weiterhin vertiefen und erweitern. Als freiberuflich Lehrende sammelte ich auch Erfahrung an der Fachhochschule St. Pölten (A), am Management Center Innsbruck (A), an der Universität Verona und der Fachhochschule für Gesundheitsberufe Claudiana in Bozen (I).

Es freut mich sehr, dass ich an der Hochschule München meine Forschungs- und Lehrinteressen schwerpunktmäßig vertreten darf und meine Erfahrungen in Italien und Österreich nun mit Deutschland verbinden darf.

Hochschulinnovationsgesetz: Was geht es uns an?

von Prof. Dr. Gerd Stecklina und Prof. Dr. Gabriele Vierzigmann

Hochschulrechtsreformen können Großes bewirken. In den 1970ger Jahren wurden die sog. Fachhochschulen in Deutschland gegründet und gesetzlich festgeschrieben. Vorangegangen waren Proteste und Initiativen der Angehörigen der Fach- und Ingenieursschulen, die sich gemeinsam für ihre Interessen eingesetzt haben. So konnte gemeinsam Bahnbrechendes auf den Weg gebracht werden.

Hochschulrechtsreformen können großen Unmut auslösen. So zu beobachten bei dem aktuellen Vorhaben der bayerischen Staatsregierung ein Hochschulinnovationsgesetz auf den Weg zu bringen. Die erstaunten Hochschulangehörigen mussten im Oktober 2020 zur Kenntnis nehmen, dass offenbar ein Systemwandel im bayerischen Hochschulwesen ansteht, und in einem sog. Eckpunktepapier nachlesen, welche weitgehenden Änderungen in der Verfasstheit, der internen Governance und dem Aufgabenspektrum der Hochschulen für notwendig erachtet werden. 

Während die Macher:innen des Gesetzes von Entfesselung und größtmöglicher Freiheit sprechen, verweisen die Kritiker:innen v.a. auf die mit dem avisierten Gesetzentwurf möglicherweise einhergehenden Prozesse der Entdemokratisierung, Deregulierung und Outputorientierung.  Auch der ursprünglich angedachte enge Zeitplan bis zur Verabschiedung des Gesetzes durch den Landtag sowie die fehlende Einbeziehung aller Hochschulangehörigengruppen trug zur Kritik bei.   

Lesen Sie selbst, welche Positionen von den verschiedenen Hochschul-Gruppierungen in die Debatte eingespeist werden.

Eckpunktepapier der Bayerischen Staatsregierung vom 20.12.2020, https://www.stmwk.bayern.de/download/20668_MRV-Novellierung-des-Bayerischen-Hochschulrechts-Eckpunkte-Hochschulrechtsreform_final_20102020.pdf

Studierendenvertretung der Hochschule München, https://hm-stuve.de/index.php/2021/02/16/stellungnahme-bayhschg/

LAK Bayern (Landesstudierendenvertretung) und Landesverband Wissenschaftler in Bayern, (Vertretung akademischer Mittelbau), https://hochschulvision.bayern/

Landeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an bayerischen Hochschulen, https://www.lakof-bayern.de/aktivitaeten/hochschulpolitik/hochschulpolitik

Verband der Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer an Fachhochschulen in Bayern e.V. (vhb) des Hochschullehrerbundes (hlb), https://www.vhb-bayern.de/aktuell.html

Professor:innen an bayerischen Hochschulen, https://hochschulreform-wir-sind-dabei.de/

Landesdekan*innenkonferenz Soziale Arbeit Bayern (LDK Bayern), https://www.ldk-bayern.de/

Hochschule Bayern e.V., https://www.hochschule-bayern.de/aktuelles/aktuelles-aus-der-bayerischen-hochschullandschaft/details/freiheit-in-verantwortung/

Stellungnahme der Senatsvorsitzenden an bayerischen Universitäten https://hochschulvision.bayern/2021/02/09/offener-brief-uni-senatsvorsitzende/

Stellungnahme der Senatsvorsitzenden an bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften 

https://hochschulvision.bayern/2021/02/09/offener-brief-haw-senatsvorsitzende/

Das sagen die Gewerkschaften.

DGB Bayern; https://bayern.dgb.de/dgbrespekt/++co++8419ae70-8710-11eb-85b7-001a4a160123

GEW Bayern, Stellungnahme zur Änderung des Hochschulgesetzes; https://www.gew-bayern.de/presse/detailseite/neuigkeiten/zur-aenderung-des-hochschulgesetzes/

Und hier erfahren Sie, wie die Süddeutsche Zeitung darüber berichtet hat.

https://www.sueddeutsche.de/bayern/bayern-hochschulgesetz-reform-soeder-1.5063066

12. Oktober 2020, 17:13 Uhr Neues Hochschulgesetz: Maximale Freiheit für Bayerns Unis

https://www.sueddeutsche.de/bayern/bayerisches-hochschulgesetz-reform-kritik-1.5068151

14. Oktober 2020, 18:42 Uhr Landtag: Das Gespenst der Autonomie

https://www.sueddeutsche.de/politik/landtag-muenchen-keine-einigkeit-bei-experten-ueber-ziele-fuer-hochschulgesetz-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-201014-99-941660

14. Oktober 2020, 14:23 Uhr Landtag – München: Keine Einigkeit bei Experten über Ziele für Hochschulgesetz

https://www.sueddeutsche.de/politik/kabinett-muenchen-gesetz-soll-hochschulen-mehr-eigenverantwortung-bringen-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-201020-99-11956

20. Oktober 2020, 15:55 Uhr Kabinett – München: Gesetz soll Hochschulen mehr Eigenverantwortung bringen

https://www.sueddeutsche.de/bayern/bayern-hochschulen-reform-unterstuetzung-kritik-1.5084232?reduced=true

20. Oktober 2020, 18:59 Uhr Reform des Hochschulgesetzes: Mithalten mit Harvard oder Cambridge

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-hochschulen-tu-lmu-hochschulgesetz-1.5090043?reduced=true

24. Oktober 2020, 12:44 Uhr LMU und TU: „Ich glaube nicht, dass allen bewusst ist, was da kommt“

https://www.sueddeutsche.de/meinung/reform-des-hochschulgesetzes-die-firma-1.5105986?reduced=true

5. November 2020, 18:53 Uhr Reform des Hochschulgesetzes: Die Firma

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/bayern-hochschulreform-kritik-1.5123139?reduced=true

22. November 2020, 18:53 Uhr Universitäten in Bayern: Protest gegen Reformpläne

https://www.sueddeutsche.de/bayern/muenchen-nuernberg-demonstration-hochschulreform-1.5133415

Dezember 2020, 18:46 Uhr Nürnberg und München: Protest gegen geplantes Hochschulgesetz

https://www.sueddeutsche.de/bayern/bildung-freistaat-bleibt-dienstherr-an-hochschulen-1.5146832?reduced=true

13. Dezember 2020, 18:50 Uhr Bildung: Freistaat bleibt Dienstherr an Hochschulen

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/bayern-hochschulreform-orchideenfaecher-lmu-1.5153394?reduced=true

24. Dezember 2020, 13:40 Uhr Hochschulreform: Welch großen Beitrag kleine Fächer leisten

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/bayern-hochschulgesetz-reform-tu-muenchen-1.5161568

31. Dezember 2020, 7:38 Uhr Geplante Reform an Universitäten: Der Einfluss der TUM auf das Hochschulgesetz

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/bildungspolitik-angst-um-die-kleinen-faecher-1.5211524?reduced=true

19. Februar 2021, 18:58 Uhr Bildungspolitik: Angst um die kleinen Fächer. Eine Kammerspiele-Diskussion zum geplanten Hochschulgesetz

https://www.sueddeutsche.de/bayern/bayern-hochschulreform-sommersemester-2022-1.5248896?reduced=true

28. März 2021, 17:00 Uhr Bildung: Bayerns Hochschulreform liegt auf Eis

https://www.sueddeutsche.de/bayern/forderung-von-spd-und-gruenen-anhoerung-zu-reform-des-hochschulgesetzes-1.5250158

29. März 2021, 18:39 Uhr Forderung von SPD und Grünen: Anhörung zu Reform des Hochschulgesetzes

Vorstellung Prof. Dr. Ursula Unterkofler – neu an der HM und in der AG

von Prof. Dr. Ursula Unterkofler

Seit März 2021 bin ich Professorin für Methoden der empirischen Sozialforschung und Evaluation.

Ich freue mich sehr, diesen Lehrbereich nun an der Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften der Hochschule München zu vertreten, denn berufsbiografisch begleitet mich das Interesse am empirischen Blick auf die Soziale Arbeit.

Ich bin Dipl.-Sozialpädagogin (FH) (1997-2002, KSH München) und habe anschließend als Sozialarbeiterin in unterschiedlichen Einrichtungen der Sucht- und Drogenhilfe in München gearbeitet. Während dieser Zeit hatte ich hohen Bedarf, meine eigene Praxis zu analysieren und zu reflektieren, und zwar über die Reflexionsräume hinaus, die sich mir in der Praxis boten. Ich hatte die Idee, dass ich das mit Hilfe empirischer Forschung tun könnte. Ich nahm ein Zweitstudium der Soziologie (2005-2009, LMU München) auf, um mich auf Strategien und Methoden der empirischen Sozialforschung zu spezialisieren. Während dieser Zeit war ich weiterhin in der Praxis tätig und forschte auch für die Diplomarbeit in der Drogenhilfe. Das hat mir so großen Spaß gemacht, dass ich mich zu einer Dissertation entschied. In dieser Arbeit (2010-2014, LMU München) führte ich eine ethnografische Studie darüber durch, wie Sozialarbeiter*innen in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit Gewalt definieren und bearbeiten. Im Anschluss wurde ich an die KSH an den Campus Benediktbeuern berufen. Dort habe ich weitere Forschung betrieben (weitere Informationen auf ResearchGate) und mich im Feld der Forschung der Sozialen Arbeit vernetzt, z.B. als Sprecherin der Sektion Forschung der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit. Und ich habe begonnen, empirisch mit Studierenden zu arbeiten – sowohl in der Praxisbegleitung als auch in Lehrforschungsseminaren.

Es freut mich sehr, dass ich das an der Hochschule München nun schwerpunktmäßig machen kann. Denn mein Anliegen in der Lehre ist es immer, mit Hilfe empirischer Methoden einen distanzierte(re)n Blick auf die (eigene) Praxis der Sozialen Arbeit zu werfen, um (neu) erkennen und beschreiben zu können, was dort geschieht, und Spielräume für Veränderungen / Entwicklungen der Praxis zu entdecken.

Aktuelles Forschungsprojekt: Schon länger interessiert mich, was professionelles Handeln in der niedrigschwelligen, offenen Sozialen Arbeit ausmacht. 2019/20 habe ich dazu eine ethnografische Fallstudie in einem Kontaktladen durchgeführt. Die Forschungsergebnisse können Sie hier  nachlesen.

Aktuelles Lehrforschungsprojekt: In diesem Sommersemester erforsche ich mit Studierenden, wie Adressat*innen der Sozialen Arbeit die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf ihren Alltag erleben. Neben der empirischen Aufarbeitung der Daten werden die Studierenden auf Grundlage ihrer Forschungsarbeit auch Beiträge für den Blog Coronaalltage.de entwickeln. Dieser Blog ist ein Projekt hochschulübergreifender Lehrforschungsprojekte (FH Münster, EH Berlin, KSH München und nun auch Hochschule München).


Zukunftsforum Heimerziehung: Ergebnisse

Von Prof. Dr. Gabriele Vierzigmann

„Heimerziehung“ ist ein Bereich der Kinder- und Jugendhilfe, der höchste Anforderungen an die Fachkräfte stellt und spannende fachliche Entwicklungen eingeläutet hat, in der öffentlichen Debatte aber wenig Raum einnimmt und oftmals mit einem nicht zeitgemäßen Image zu kämpfen hat. Dies gilt es zu ändern und das Zukunftsforum Heimerziehung leistet hier seit einiger Zeit Maßgebliches. Am 23. März 2021 fand nun die virtuelle Transfertagung des Zukunftsforums statt.

„Das Zukunftsforum Heimerziehung war eine durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) geförderte Initiative zur Wei­terentwicklung der »Heimerziehung« (Projektlaufzeit: Januar 2019 bis Juni 2021), welche durch die Internationa­le Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH) organisiert und moderiert wurde (www.zukunftsforum-heimerziehung.de). Im Rahmen des Zukunftsforum Heimerziehung wurden zentrale Ent­wicklungsbedarfe und Strukturmerk­male gelingender »Heimerziehung« he­rausgearbeitet und öffentlich erörtert. Hierzu wurden Wissen, Einschätzun­gen sowie Positionen von Fachleuten und Adressat*innen, Praktiker*innen und Wissenschaftler*innen zusammen­getragen und diskutiert.“

IGfH (2021). Abschlusspapier: Zukunftsforum Heimerziehung. Zukunftsimpulse für die »Heimerziehung«. Eine nachhaltige Infrastruktur mit jungen Menschen gestalten! (S. 8). Frankfurt: Eigenverlag.

Besonders beeindruckend waren die Beteiligung und Mitwirkung zahlreicher betroffener Jugendlicher und junger Erwachsener sowohl an dem Zukunftsforum selbst als auch an der Transfertagung. Sehr engagiert war der Careleaver e.V. Deutschland, der die Interessen von jungen Menschen vertritt, die in einer Einrichtung oder Pflegefamilie aufgewachsen sind. https://www.careleaver.de/uber-uns/

„Wieso immer die Juden? Hintergründe und Ursachen von Antisemitismus“


Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir möchten euch auf einen Vortrag der Kollegin Juliane Sagebiel sowie des Kollegen Klaus Weber zum Thema „Wieso immer die Juden? Hintergründe und Ursachen von Antisemitismus“  Montag, den 22.03.2021, 19 Uhr aufmerksam machen. Anmeldung unter stadtbibliothek@fuerstenfeldbruck.de. Dann erhaltet ihr/Sie auch den Link für den online geplanten Vortrag. 


Herzliche Grüße
Constance Engelfried und Gerd Stecklina