Kinder- und Jugendstärkungsgesetz durch Bundestag und Bundesrat verabschiedet

von Prof. Jan Wienforth und Prof. Dr. Gerd Stecklina

Nachdem der Gesetzentwurf am 07.05.2021 nun auch den Bundesrat passiert hat, steht es fest: Das 8. Sozialgesetzbuch (SGB VIII) wird reformiert. Zentrales Ziel, so die offiziellen Statements, ist insbesondere die Stärkung von Kindern und Jugendlichen mit besonderen Unterstützungsbedarfen. Die inklusive Ausrichtung des Gesetzes wird ebenso betont wie das Anliegen, dass Kindern und Jugendlichen eine bessere Chancengerechtigkeit und Teilhabe ermöglicht werden soll.

Der Prozess bis zur Verabschiedung war langwierig. Ein erster Gesetzesanlauf scheiterte 2017.  Die Entwicklung wurde begleitet von massiver Kritik von Fachverbänden, Organisationen der Sozialen Arbeit und Adressat*innen-Verbänden. 

In den nächsten Wochen und Monaten werden wir uns auch im Kollegium mit dem Kinder- und Jugendstärkungsgesetz intensiv auseinandersetzen. Initiativen hierzu gibt es bereits.

Seiten von Bundestag, Bundesrat und Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zum Kinder- und Jugendstärkungsgesetz

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2021/kw16-de-kinder-jugendstaerkungsgesetz-834838 (Zugriff vom 09.05.2021, 09:30 Uhr)

https://www.bundesrat.de/SharedDocs/beratungsvorgaenge/2021/0301-0400/0319-21.html (Zugriff vom 09.05.2021, 09:30 Uhr)

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/gesetze/neues-kinder-und-jugendstaerkungsgesetz-162860 (Zugriff vom 09.05.2021, 09:35 Uhr)

beispielhafte Stellungsnahmen von Fachverbänden (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

https://www.bagfw.de/veroeffentlichungen/stellungnahmen/positionen (Zugriff vom 09.05.2021, 09:40 Uhr)

https://www.jugendhilfeportal.de/fokus/sgb-viii/artikel/deutscher-bundesjugendring-aeussert-sich-zum-kinder-und-jugendstaerkungsgesetz/ (Zugriff vom 09.05.2021, 09:40 Uhr)

https://www.bundeskoordinierung.de/de/article/57.was-bringt-das-geplante-kinder-und-jugendst%C3%A4rkungsgesetz.html (Zugriff vom 09.05.2021, 09:42 Uhr)

Vorstellung Prof. Dr. Sigrid Mairhofer – neu an der HM

von Prof. Dr. Sigrid Mairhofer

Ich bin seit Sommersemester 2021 Professorin für Gemeinwesen- und Organisationsentwicklung an der Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften der Hochschule München. Ich freue mich sehr über diesen Ruf und die damit verbundene Gelegenheit, meine Kompetenzen in Lehre und Forschung in diesen Themenbereichen weiter auszubauen und weiterzugeben.

Neben einem Bachelor- und Masterstudium in Sozialarbeit an der Freie Universität Bozen (I), dem Staatsexamen für Sozialarbeit an der Universität Trient (I) und einem Masterlehrgang in Social Management an der Donau-Universität-Krems (A) bringe ich mehrjährige Arbeitserfahrung in den Bereichen Kinderschutz, Erwachsenenpsychiatrie und Gesundheitsförderung im Gemeinwesen mit. Diese Verbindung zwischen Themen der Sozialen Arbeit und Gesundheit zieht sich durch meine Aus- und Fortbildungen, durch meine Praxiserfahrung und auch durch meine Forschungsschwerpunkte. Ich promovierte bei Prof. Walter Lorenz, ehemaligen Rektor der Freien Universität Bozen, im Themenfeld gesundheitsfördernde Gemeinwesenarbeit mit älteren Menschen. In der Zeit der Ausarbeitung meines Dissertationsprojektes spezialisierte ich mich in partizipativer Forschung, unter anderem durch die Teilnahme an der einjährigen Ausbildung in partizipativer Sozialforschung der International Collaboration for Participatory Health Research bei Prof. Michael Wright an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen in Berlin. Durch die langjährige Mitarbeit bei Prof. Walter Lorenz und Prof. Silvia Fargion konnte ich an zahlreichen Forschungsprojekten und in die Europäische Sozialarbeit einen guten Einblick gewinnen. Unter anderem durch die Mitorganisation der European Social Work Research Conference 2014 (bei welcher die European Social Work Research Association – ESWRA gegründet wurde) war es möglich, mich auf europäischer Ebene gut zu vernetzten. Eine Vernetzung mit dem Fokus der Weiterentwicklung einer gemeinsamen Europäischen Sozialen Arbeit wurde durch diese Erfahrungen zu einem großen Anliegen.

In den letzten Jahren lehrte und forschte ich vor allem an der Freien Universität Bozen. Meine Forschungsschwerpunkte lagen dabei in den Bereichen Familienforschung, soziale Unterstützungsnetzwerke, ältere Menschen, Gesundheitsförderung und Frühe Hilfen und gestalteten sich vorwiegend in Praxisforschung und Partizipative Forschung. Diese Schwerpunkte möchte ich weiterhin vertiefen und erweitern. Als freiberuflich Lehrende sammelte ich auch Erfahrung an der Fachhochschule St. Pölten (A), am Management Center Innsbruck (A), an der Universität Verona und der Fachhochschule für Gesundheitsberufe Claudiana in Bozen (I).

Es freut mich sehr, dass ich an der Hochschule München meine Forschungs- und Lehrinteressen schwerpunktmäßig vertreten darf und meine Erfahrungen in Italien und Österreich nun mit Deutschland verbinden darf.