„Gemeinsame Pressemitteilung Appell W-LAN Ausbau in Unterkünften Jetzt!“

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir haben uns vor kurzem an dem Appell zur Bereitstellung von W-LAN  in den Flüchtlingsunterkünften beteiligt. Anbei die „Gemeinsame Pressemitteilung Appell W-LAN Ausbau in Unterkünften Jetzt!“  zum Appell. 

Herzliche Grüße

Constance und Gerd

W-LAN in Flüchtlingsunterkünften

… und das Innenministerium bewegt sich doch!

Mehr als 100 bayerische Initiativen und Organisationen haben den Appell des Bellevue di Monaco für einen W-LAN Ausbau in Unterkünften unterzeichnet. Das unterstreicht die Dringlichkeit, mit der vor Ort der Bedarf an einer Anbindung ans Internet gesehen wird.

In sehr vielen Unterkünften gibt es gar kein W-LAN, in vielen anderen ein unzulängliches. Das führt unter anderem dazu, dass Homeschooling nicht möglich ist, und Bewohner*innen auf teure Handy-Übertragungen angewiesen sind. „Das Problem ist“, sagt Antonia Veramendi, Schulleiterin des Campus di Monaco „auch vor und nach den flächendeckenden Schulschließungen sind Schüler*innen in Unterkünften besonders häufig von Quarantäneauflagen betroffen und auf eine funktionierende Homeschooling-Technik angewiesen. Ohne W-LAN aber sind sie vom Online -Unterricht ausgeschlossen und haben über Monate hinweg keinerlei Zugang zu Bildung. Die gravierenden Folgen dieser Benachteiligung werden noch über Jahre spürbar sein – für die betroffenen Schüler*innen selbst, aber auch für uns als Gesellschaft.“

Lediglich in den AnkER-Zentren hat der Freistaat nun begonnen, selbst ein W-LAN einzurichten. Der W-LAN Zugang von Bewohner*innen war teilweise bloßes Nebenprodukt einer flächendeckenden Videoüberwachung, die ebenfalls drahtlos funktioniert. Woanders sind die Landkreise und Städte für die Einrichtung zuständig. Teils wurde es als unnötig abgelehnt, teils war es den Behörden zu aufwändig, woanders fehlte es am Fachwissen. Wo W-LAN vorhanden ist, da wurde dies oft ehrenamtlich installiert, unterstützt durch Freifunk e.V. oder Refugees Online e.V. 

„Während dieser Pandemie keinen Internetzugang zu haben, bedeutet den kompletten gesellschaftlichen Ausschluss. Geflüchtete Menschen können sich nicht ausreichend informieren und Unterstützungs- und Beratungsangebote, die fast ausschließlich online stattfinden, können nicht wahrgenommen werden. Den Kontakt zu Freund*innen und Familie wird massiv erschwert. Es darf nicht sein, dass man Menschen verbietet, selbst für einen erschwinglichen Internetzugang zu sorgen, aber auch nicht der Verantwortung nachkommt, eben diesen bereit zu stellen,“ stellt Katharina Grote vom Bayerischen Flüchtlingsrat fest. 

Andrea Betz von der Diakonie München und Oberbayern richtet die Aufmerksamkeit auf die Kinder in Flüchtlingsunterkünften: „Es darf keinen Unterschied beim Thema Bildung geben, wo ein Kind aufwächst. Leider gibt es diesen Unterschied aber.“

Das Innenministerium hat mit dem gestern erschienenen Infobrief noch einmal bekräftigt, dass es ein Interesse daran hat, auch Geflüchteten W-LAN zu ermöglichen, und hat angekündigt, Vergabeverfahren anzuschieben – sowohl für die Bereitstellung des Internets vor Ort als auch für die Beratung und Betreuung der Akteure vor Ort durch eine sachverständige Einrichtung. 

„Zahlreiche Initiativen, Asylhelferkreise und andere drängen darauf, dass jetzt endlich etwas getan wird, damit Geflüchtete nicht länger ohne W-LAN bleiben. Es ist sehr zu begrüßen, dass das Innenministerium nun Aktivitäten ankündigt. Noch schöner wäre es, wenn sich hier nun schnell auch etwas tun würde, und Behörden auf den verschiedenen Ebenen die Einrichtung von W-LAN unterstützen und nicht blockieren. Wir werden den Prozess weiter kritisch begleiten“, so Stephan Dünnwald, im Vorstand des Bellevue di Monaco. 

„Während dieser Pandemie keinen Internetzugang zu haben, bedeutet den kompletten gesellschaftlichen Ausschluss. Geflüchtete Menschen können sich nicht ausreichend informieren und Unterstützungs- und Beratungsangebote, die fast ausschließlich online stattfinden, können nicht wahrgenommen werden. Den Kontakt zu Freund*innen und Familie wird massiv erschwert. Es darf nicht sein, dass man Menschen verbietet, selbst für einen erschwinglichen Internetzugang zu sorgen, aber auch nicht der Verantwortung nachkommt, eben diesen bereit zu stellen,“ stellt Katharina Grote vom Bayerischen Flüchtlingsrat fest. 

Andrea Betz von der Diakonie München und Oberbayern richtet die Aufmerksamkeit auf die Kinder in Flüchtlingsunterkünften: „Es darf keinen Unterschied beim Thema Bildung geben, wo ein Kind aufwächst. Leider gibt es diesen Unterschied aber.“

Foto der Übergabe: Zu sehen sind Joachim Herrmann, Innenminister, Andrea Betz, Diakonie München und Oberbayern, Katharina Grote, Bayerischer Flüchtlingsrat, Dr. Stephan Dünnwald, Bellevue di Monaco, Antonia Veramendi, Montessorischule Campus di Monaco.

Für weitere Informationen und Nachfragen wenden Sie sich bitte an

Stephan Dünnwald | Bellevue di Monaco eG | 0177 7216830 | s.duennwald@bellevuedimonaco.de

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